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Anfragen an das Tourismusportal Dübener Heide „www.duebenerheidetourist .de“  2011 und Vergleich mit den Vorjahren (eine Kurzanalyse)

von Dr. sc. Walter Dlouhy


A. Eine kurze Vorbemerkung

Die Auswertung der Anfragen an die Internetadresse www.duebenerheidetourist.de erfolgt seit 12 Jahren. Sie erfolgte anfangs für den Tourismusverband Dübener Heide und die kommunalen Einrichtungen, in den letzten Jahren für interessierte Internetnutzer. Ziel ist es, die Entwicklung transparent zu machen, Daten nicht nur auf einer Festplatte oder CD abzulegen, sondern sie Interessierten zur Verfügung zu stellen und eine individuelle Auswertung zu ermöglichen. Für Detailinteressierte stehen vertiefende Informationen  in der Geschäftsstelle Kemberg (Tel. 03 49 21 /2 03 91) zur Verfügung.

Die Zahl der nach Wissen Suchenden ist überschaubar, sie hat sich in den letzten Jahren stark erhöht. Das war für uns Anlass, die Auswertung auf für 2011 fortzusetzen.

Die Internetanalyse verzeichnete

Die folgende Kurzanalyse beschränkt sich auf ausgewählte, wichtige Daten. Durch die konzentrierte Form kann das Verständnis für Außenstehende leiden, deshalb wurden eine Reihe von Grafiken integriert, um  die Aussagen plastischer zu gestalten.

B. Die generellen Aussagen zu den Anfragen 2011

Die Auswertung lässt folgende Aussagen zu:

  1. Die Zahl der Besucher der Adresse www.duebenerheidetourist.de erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr auf 116 % und erreichte das bisher höchste Niveau. Mit Recht kann sich die Seite als touristisches Internetportal der Dübener Heide bezeichnen.
  2. Das Informationsinteresse konzentriert sich auf die Themen Ausflugsziele und Übernachtungen, das erstgenannte Thema steht dabei im Vordergrund.
  3. Der Informationswunsch über die Dübener Heide zeigt einen typischen Saisonverlauf analog des Rhythmus im Reiseverhalten der Bürger.
  4. Die meisten Surfer kommen aus Deutschland, mit einem Anteil von 25 – 30 % an den Gesamtanfragen ist das Gewicht der Anfragen aus dem Ausland beachtlich und nimmt stetig zu.

Im Folgenden wird auf diese Thesen näher eingegangen. Aussagen, die einzelne Unternehmen betreffen, sind nicht enthalten, stehen diesen aber unbegrenzt zur Verfügung.

C. Die wichtigsten Details

Im Einzelnen zeigt sich ein erfreuliches, aber auch sehr differenziertes Bild.

1. Die Entwicklung der Besuche/Anfragen an das Tourismusportal

2011 verbuchte die Internetadresse insgesamt 202.669 Portalbesuche. Nach Stagnation in den vorangegangenen Jahren wurde eine Steigerung um 16 % zum Vorjahr und das höchste Niveau seit Bestehen der Seite erreicht. Im Tagesdurchschnitt griffen 555 Interessenten auf diese Internetseite zurück.

Grafik 1:Entwicklung der Portalbesuche
2. Das Interesse an touristischen Informationen zur Dübener Heide ist 2011 vor allem auf Ausflugsziele und Übernachtungsmöglichkeiten ausgerichtet. Damit hat sich gegenüber des Vorjahres wenig verändert.

Bei der Betrachtung und Bewertung der Rolle der einzelnen Themenkomplexe ist zu berücksichtigen, dass sich hinter den einzelnen Komplexen eine sehr unterschiedliche Anzahl von Einzelobjekten verbirgt. Dadurch entsteht bei einer ausschließlich auf eine Sicht begrenzter Betrachtung ein einseitiges Bild. Ein Beispiel soll dies  verdeutlichen. Hinter dem Themenkomplex Ausflugsziele verbergen sich 33 Einzelobjekte (vom Ort ‚Bad Schmiedeberg‘ bis zur Wanderroute ‚Försterweg‘), viele Anfragen verteilen sich auf viele Objekte. Im Themenkomplex Kureinrichtungen ist nur das Einzelobjekt ‚Kureinrichtungen‘ enthalten, alle Anfragen konzentrieren sich auf ein Objekt. Um die damit verbundene Problematik zu verdeutlichen, werden im Folgenden zum Verständnis zwei Grafiken genutzt.

Insgesamt werden die touristischen Aussagen zur Dübener Heide in 6 Themenkomplexen präsentiert. Wie in den Vorjahren erreichen "Ausflugsziele" die meisten Anfragen, ihnen folgen "Übernachtungen/Gastgeber" und "Pauschalangebote".

Es sind die beiden Themen, die die Region als Ausflugs- und Urlaubsziel kennzeichnen.

Bemerkenswert ist die von Jahr zu Jahr steigende Bedeutung des Themenkomplexes Wissenswertes. Das verdeutlicht, dass potentielle Besucher der Region nicht nur eine Übernachtung suchen, sondern sich ein qualifiziertes Bild von der Region bilden wollen.

Grafik 2. Anfragestruktur Grafik 3: Anfragen in Themenkomplexen
Ausflugsziele

stehen bei den Gesamtanfragen auf Rang 1 und bei den Anfragen pro Objekt auf Rang 3; mit der Rangziffer 4 - als Summe der beiden Platzierungen - sind Ausflugsziele der Favorit der Internetseite.

Die Zahl der Anfragen an Ausflugszielen ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen, dabei kam es 2011 zu einer besonders starken Expansion.

2009                26.000 Anfragen an Einzelobjekte
2010                29.800 Anfragen an Einzelobjekte
2111                39.401 Anfragen an Einzelobjekte

Insgesamt wurden im Untersuchungsjahr 33 verschiedene Projekte präsentiert, durchschnittlich erhielt ein Objekt 1.194 Anfragen. Bei den Objekten ergeben sich Unterschiede in Abhängigkeit von ihrem Hauptmerkmal.

Grafik 4: Anfragen bei Ausflugsziele

Ausflugsziele sind in zwei Gruppen unterteilt, die Orte bzw. Landschaften markierenden und die, die sich mit der Erläuterung von Strecken (Routen) befassen.

Die Gruppe Orte bzw. Landschaften vereint das größte Interesse auf sich. Sie umfasst 25 Objekte und pro Objekt wurden durchschnittlich 1.207 Anfragen registriert:

Die Gruppe Rad- und Wanderwege rangiert mit durchschnittlich 1.163 Anfragen/Objekt nur geringfügig hinter der erstgenannten Gruppe. Der Radwanderweg Wittenberg - Bad Düben als Teil der großen Route Berlin - Leipzig zog mit 1.600 Anfragen die meisten Interessierten auf sich. An zweiter Stelle steht die Beschreibung des Weges am Hammerbach.

Übernachtungen

erreichten 2011 ihr bisher höchstes Anfrageniveau. Mit 52 % mehr Anfragen gegenüber 2009 konnten sie eine deutliche absolute Steigerung verzeichnen (2010 war die Zahl der Anfragen gesunken).

10 Gemeinden der Dübener Heide waren 2011 am Angebot an Übernachtungsmöglichkeiten beteiligt. Die meisten Anfragen richteten sich an  Quartiere der Kommunen Kemberg, Bad Schmiedeberg, Bad Düben und Gräfenhainichen.

Eine auf Bundesländer bezogene Betrachtung der Dübener Heide weist den Sachsen-Anhaltinischen Teil mit einen Anteil von 65 % an den Anfragen nach Übernachtungsmöglichkeiten klar vor dem sächsischen Teil mit  31 % aus.

Grafik 5: Anfragen bei "Übernachtungen"
Pauschalangebote

die der Suche nach Übernachtungsmöglichkeiten gleichzusetzen sind, verzeichnen einen Anfrageanstieg auf 116 % zum Vorjahr.

3 Unternehmen der Region waren ganzjährig mit Pauschalangeboten vertreten. Das Interesse an Einzelangeboten lag bei 800 - 900 Anfragen/Pauschalangebot, Spitzenangebote tendierten gegen 1.000 Anfragen.

Wissenswertes

verzeichnet einen Anfrageanstieg auf 127 % und ist damit der Komplex mit dem zweithöchsten Wachstum. Durch unterschiedliche Entwicklung in den Teilkomplexen bildeten sich zwei Gruppen heraus.

An der Spitze steht das Interesse an Touristinformationsstellen und Wissen über die Region;
mit Abstand folgen Anfragen zu Bädern und Museen (siehe Grafik)
Grafik 6: Anfragen bei "Wissenswertes"
Campingplätze

konnten auf gestiegenes Interesse verweisen. Gegenüber 2010 stieg die Zahl der Anfragen auf 131 % und erreichte damit wieder das Spitzenniveau des Jahres 2008.

Alle 9 Campingplätze der Region präsentieren sich auf der Internetseite. Bei einer durchschnittlichen Anfrage von 1.380 pro Campingplatz liegt der Schwankungsbereich zwischen 1.200 und 1.600 Anfragen. Alle Campingplätze verzeichneten Zuwachs bei den Anfragen im Vergleich zu 2010, 3 Campingplätze erreichten ihre bisher höchsten Anfragewerte. 

3. Das Interesse an touristischen Informationen zur Dübener Heide besitzt Saisoncharakter mit Höhepunkt im Juli. In den letzten Jahren zeigt sich ein Trend zur Abflachung der Saisonkurve.

Der touristische Informationswunsch ist eng an die Reiselust der Bürger gekoppelt, beide zeigen einen typischen Saisonverlauf mit Höhepunkt im Sommer. Dieser Rhythmus ist in der Dübener Heide auch im 10-Jahresdurchschnitt erkennbar.

Grafik 7: Saisonverlauf der Anfragen

In den letzten beiden Jahren hat sich bei den Anfragen an www.duebenerheidetourist.de ein Wandel vollzogen, der 2010 erstmals vermerkt wurde. Der Kurvenverlauf der Anfragen wird flacher. Zwar bleibt der Juli der anfragestärkste Monat, aber der Unterschied zwischen den Monaten fällt geringer aus. Das kommt in den Monatsanteilen zum Ausdruck.

Jahr Monatsanteil in %
Anfragemaximum Anfrageminimum Differenz
2002 – 2009 11,9 5,0 6,9
2010 11,4 5,4 6,0
2011 10,4 6,0 3,6

Die Interpretation dieser Veränderung kann unterschiedlich ausfallen. Bei einer positiven Betrachtung wird vom generellen Anstieg der Anfragen in allen Monaten ausgegangen und die zunehmende Entdeckung der Region als ganzjährige Schönheit betont. Wachsender Anteil älterer Besucher mit hohem Anteil frei verfügbarer Zeit unterstützt diese These. Die zurückhaltende Betrachtung geht davon aus, dass der Informationswunsch zwar steigt, aber das Urlaubsinteresse im Sommer sinkt und damit in der Hauptsaison weniger Informationen benötigt werden. Die Übernachtungsentwicklung in den letzten 3 Jahren bestätigt dies.

4. Die Surfer aus Deutschland stellen die Mehrheit der Portalbesucher, der Anteil von Surfern aus anderen Ländern nimmt zu.

Die Ermittlung der Landeszugehörigkeit kann nur als Versuch für eine Orientierung gewertet werden. Gründe liegen darin, dass

Von der Gesamtheit der Anfragen waren 2011 36,9 % Ländern zuordenbar. Vor sechs Jahren (2005) waren es noch 41,5 %.

Von den zuordenbaren Anfragen kamen 75 % aus Deutschland. 2005 waren es 92,5 %. Der Anteil ausländischer Surfer hat sich somit von 7,5 % auf 25,0 % erhöht. Die absolute Zahl der ausländischen Surfer ist im gleichen Zeitraum von 8.900 auf 42.800 gestiegen, hat sich fast verfünffacht. Sie stieg 2011 gegenüber dem Vorjahr um 9 %.

               Grafik 8: Anfragen aus Deutschland

Bei Anfragen aus dem Ausland zeigt sich vor allem

Beim Interesse an touristischen Informationen über die Dübener Heide zeigen sich vier Gruppen:

  1. Holland – das Land mit dem besonders hohem Interesse. Die Fußball-Weltmeisterschaft hatte zweifellos einen Anstoß gegeben.
  2. Die west- und südeuropäischen Staaten mit hohem Interesse an Information. In diese Aufzählung reihen sich fast alle Länder ein, von Großbritannien über Frankreich und Spanien bis Italien, Schweiz und Österreich.
  3. Die skandinavischen Länder mit einem begrenzten Interesse (Schweden Platz 13, Norwegen 17, Finnland 25, Dänemark 33).
  4. Die osteuropäischen Länder mit dem im europäischen Rahmen geringsten Interesse. Zum Beispiel liegen die direkten Nachbarn zu Deutschland, Polen und Tschechien, auf den Rängen 13 und 23. Ausnahmen stellen lediglich Russland und die Ukraine dar, die 2011 unter den 10 anfragestärksten Ländern rangieren.
Grafik 9: Die anfragestärksten Länder

Steigendes Interesse an touristischen Informationen über die Dübener Heide, besonders im Ausland darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich eine Reihe von Unzulänglichkeiten offenbaren. Besonders augenscheinlich ist der Rückgang der Anfragen bei unseren unmittelbaren Nachbarn in Polen, Tschechien und Dänemark, obwohl sie relativ kurze Anfahrtswege haben.

Das Interesse ausländischer Surfer zu erhalten und sie als Gäste zu gewinnen, setzt voraus, dass die sprachlichen Barrieren überwunden werden und aktives Auslandsmarketing erfolgt. Eine Aufgabe der Unternehmen in Verbindung mit den großen Tourismusverbänden und kommunalen Institutionen.

D. Zum Abschluss

2011 setzte sich der im Vorjahr aufgetretene Rückgang in den Anfragen nicht fort, der langjährige Trend steigenden Interesses an www.duebenerheidetourist.de behielt die Oberhand. Die Anfragen aus Deutschland und dem Ausland haben sich ausgedehnt, wobei das besondere Interesse auf Übernachtungsangeboten und Ausflugszielen lag.

Es besteht jedoch kein Grund zur Zufriedenheit, denn in Details zeigen sich Veränderungen im touristischen Interesse, denen zumindest Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte.

Das Tourismusportal www.duebenerheidetourist.de muss weiterhin den beschrittenen Weg der Unterstützung touristischer Unternehmen folgen und durch hohe Attraktivität mit dazu beitragen, dass Stammgäste erhalten und neue gewonnen werden. Entscheidende Schritte nach vorn kann jedoch nur ein touristisches Regionalmarketing leisten.

Die Tourismusanalyse 2011 Dübener Heide wird erarbeitet, sobald die Spezialaufbereitungen von den Statistischen Landesämtern bereit stehen.

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Ins Netz gestellt am 22.01.2012